Niederrheinmuseum – Leben mit dem Wasser
Für die komplexen Medieninstallationen entwickelte 235 MEDIA drei technisch anspruchsvolle Exponate – von der Konzeption über Hard- und Software bis hin zur vollständigen Umsetzung. Jede Station wurde exakt auf ihre inhaltliche Aufgabe abgestimmt und verbindet digitale Technologien mit einer intuitiven, analogen Interaktion.
Ein besonderes Highlight ist die Dialekthörwand, die über ein Multi-Channel-Audiosystem mit über 40 Spuren synchron, die sprachliche Vielfalt des Niederrheins erfahrbar macht. Zunächst verschmelzen alle Dialekte zu einem vielstimmigen Klangteppich. Erst durch einen speziell entwickelten Hörbecher tauchen Besucherinnen und Besucher gezielt in einzelne Sprachräume entlang des Rheins ein und entdecken die kulturelle Vielfalt der Region.
Mit dem interaktiven Städtebauspiel entstand eine von 235 MEDIA entwickelte Tangible-Anwendung. Physische Gebäudemodelle werden auf einer interaktiven Oberfläche erkannt und in Echtzeit zu einer mittelalterlichen Stadt zusammengesetzt. Während die Spielenden Gebäude platzieren, entwickelt sich die digitale Stadt dynamisch weiter. Am Ende bewertet das System die entstandene Siedlung und vergleicht sie mit historischen Vorbildern des Niederrheins.
Die dritte Station verbindet digitale Projektion mit einem präzise gefrästen Stadtmodell des historischen Wesels. Millimetergenau werden Karten, Animationen und historische Entwicklungen auf das physische Modell projiziert. Über verschiedene Themenebenen – vom Festungsbau über die Verteidigung bis zur Geschichte der Hugenotten – werden historische Zusammenhänge räumlich sichtbar und intuitiv erfahrbar
Alle drei Medieninstallationen zeigen, wie digitale Technologien komplexe Inhalte verständlich und spielerisch vermitteln können. Eigenentwickelte Hard- und Software, präzise Medientechnik und die enge Verzahnung mit der Szenografie schaffen interaktive Ausstellungselemente, die sich selbstverständlich in das Gesamtkonzept einfügen und Geschichte auf neue Weise erlebbar machen.